Unsere Anlauttabelle zum Niko-Lehrwerk finden Sie hier: KLICK!
Lautieren bedeutet, ein Wort langsam zu sprechen und dabei die einzelnen Laute herauszuhören. Die Kinder zerlegen ein Wort also in seine gesprochenen Laute. Das ist eine wichtige Grundlage für das Lesen- und Schreibenlernen.
Dabei unterscheiden wir zwischen Laut und Buchstabe:
Ein Laut ist das, was wir hören und sprechen.
Ein Buchstabe ist das Zeichen, mit dem wir einen Laut aufschreiben.
Zum Beispiel lässt sich das Wort „Pinsel“ beim Lautieren in seine einzelnen Laute zerlegen. Die Kinder hören dabei genau hin und ordnen jedem Laut den passenden Buchstaben zu.
Diese Verbindung zwischen einem Laut und einem Buchstaben nennt man Laut-Buchstaben-Zuordnung (in der Fachsprache: Phonem-Graphem-Zuordnung).
Dabei ist wichtig: Die Anzahl der Laute und die Anzahl der Buchstaben eines Wortes müssen nicht immer gleich sein.
Ein gutes Beispiel ist „Tisch“: Das Wort hat vier Buchstaben, aber nur drei Laute, weil die Buchstabenkombination „sch“ gemeinsam für einen Laut steht.
Auch ein einzelner Buchstabe kann in unterschiedlichen Wörtern für unterschiedliche Laute stehen. Zum Beispiel wird das „v“ in „Vase“ anders gesprochen als in „Vogel“.
Beim Lautieren lernen die Kinder deshalb nicht einfach, Buchstabennamen aufzusagen. Sie lernen, die gesprochenen Laute eines Wortes wahrzunehmen und diese anschließend den passenden Buchstaben oder Buchstabenkombinationen zuzuordnen.
Lautieren ist damit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Lesen und Schreiben.
Links:
Auf dem Youtube-Kanal vom Drachen Kokosnuss gibt es zu den Buchstaben Videos, in denen lautiert wird: Drache Kokosnuss
Antolin ist eine Online-Plattform zur Förderung des Lesens und Leseverständnisses von Schülerinnen und Schülern, die vor allem in der Grundschule genutzt wird. Sie bietet eine umfangreiche Sammlung von Büchern und Quizfragen, die auf den Leselevel der Kinder abgestimmt sind.
Die Schülerinnen und Schüler können in verschiedenen Altersstufen und Schwierigkeitsgraden Bücher aus der Antolin-Datenbank lesen und anschließend Quizfragen zu den gelesenen Texten beantworten. Dabei geht es nicht nur um das reine Auswendiglernen von Details, sondern auch um das Verstehen des Inhalts und das Anwenden von Leseverständnisstrategien.
Die Plattform ist zudem motivierend, da die Kinder Punkte sammeln können, die sie durch das Beantworten der Quizfragen verdienen. Diese Punkte können in verschiedenen Formen genutzt werden, z.B. für Urkunden oder Belohnungen, die den Lernprozess zusätzlich anregen.
Antolin ist eine beliebte Methode, um die Lesefreude zu fördern und das Leseverständnis der Schülerinnen und Schüler auf eine spielerische Weise zu steigern.
Eine Alternative zu Anntolin ist Leseludi. Diese setzt früher an und fördert Buchstabenkenntisse und das Lesen auf Silben- und Wortebene.
Der Buchstabenweg begleitet die Kinder beim systematischen Erwerb der Buchstaben und bildet damit eine wichtige Grundlage für das Lesen und Schreiben. Denn aus einzelnen Buchstaben werden später Wörter, aus Wörtern Sätze und aus Sätzen schließlich ganze Texte.
Dabei geht es beim Lernen eines neuen Buchstabens um weit mehr als darum, ihn schreiben zu können. Jeder Buchstabe wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und in unterschiedlichen Übungen immer wieder aufgegriffen.
✏️ Schreiben und Schreibführung
Die Kinder lernen, den jeweiligen Buchstaben als Groß- und Kleinbuchstaben korrekt zu schreiben. Dabei üben sie die Schreibführung, den sogenannten Duktus, und lernen, die Buchstaben passend zur Lineatur zu schreiben.
👂 Hören und Lautunterscheidung
Ein wichtiger Bestandteil ist die Verbindung zwischen dem gesprochenen Laut und seinem geschriebenen Zeichen – die sogenannte Phonem-Graphem-Zuordnung. Die Kinder lernen also, welchen Laut ein Buchstabe repräsentiert. Gleichzeitig erfahren sie, dass ein Buchstabe bzw. eine Buchstabenkombination je nach Wort unterschiedlich klingen kann. Ein Beispiel dafür ist „ch“: In Buch klingt es anders als in Milch. Dafür entwickeln die Kinder zunehmend eine genaue Wahrnehmung und Unterscheidung von Lauten (Lautdiskriminierung).
🔤 Laute in Wörtern entdecken
Die Kinder lernen, einzelne Laute innerhalb eines Wortes herauszuhören und ihre Position zu bestimmen. Dabei wird beispielsweise gefragt: Hört man den Laut am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes? Diese Fähigkeit zur Lautsegmentierung wird Schritt für Schritt aufgebaut und auch auf Silben übertragen.
🔎 Buchstaben erkennen
Die Kinder üben, Buchstaben sicher und zunehmend automatisiert wiederzuerkennen – zunächst unabhängig davon, ob sie selbst einen Buchstaben schreiben können. Diese visuelle Buchstabenerkennung ist eine wichtige Grundlage für das spätere flüssige Lesen.
Auf diese Weise werden beim Buchstabenweg viele wichtige Teilkompetenzen des Schriftspracherwerbs miteinander verbunden: sehen, hören, unterscheiden, sprechen, schreiben und lesen.
Die Übungen finden in unterschiedlichen Lernformen statt. Neben den Aufgaben aus unserem Lehrwerk nutzen wir beispielsweise Arbeitsblätter, Stationen und Lernangebote an der Lerntheke. Zunehmend kommen auch digitale Übungen zum Einsatz.
Dabei darf das Lernen natürlich auch Spaß machen und in Bewegung stattfinden. Gerade beim Erlernen der Schreibbewegungen helfen Übungen, bei denen die Kinder Buchstaben mit dem ganzen Körper, mit dem Arm oder mit den Fingern nachspuren und erfahren. So wird die Schreibbewegung nicht nur gesehen und erklärt, sondern buchstäblich „begreifbar“.
Der Buchstabenweg wird uns durch die gesamte erste Klasse begleiten. Mit jedem neu eingeführten Buchstaben erweitern die Kinder ihr Wissen über unsere Schrift und bauen Schritt für Schritt die Fähigkeiten auf, die sie benötigen, um selbstständig zu lesen und zu schreiben.
Eine wichtige Voraussetzung für das selbstständige Arbeiten am Buchstabenweg ist ein altersgerechter Wortschatz. Viele Aufgaben arbeiten mit Bildern, die Gegenstände, Tiere oder andere Begriffe darstellen. Damit die Kinder mit diesen Aufgaben selbstständig arbeiten können, müssen sie die abgebildeten Dinge erkennen, das passende Nomen (Hauptwort) kennen und das Wort selbstständig abrufen und aussprechen können.
Das ist insbesondere bei allen Übungen auf der Lautebene von großer Bedeutung. Nur wenn ein Kind das dargestellte Wort kennt und benennen kann, kann es beispielsweise den Anfangs-, Mittel- oder Endlaut heraushören, die Anzahl der Silben bestimmen oder sich mit der Verschriftlichung des Wortes beschäftigen.
Kinder, die über einen noch geringen aktiven Wortschatz verfügen und viele dieser kindgerechten und alltäglichen Wörter nicht sicher abrufen können, benötigen deshalb bei solchen Aufgaben häufiger Unterstützung. Sie müssen sich das Wort zunächst von einer anderen Person vorsagen lassen, bevor sie die eigentliche Aufgabe bearbeiten können. Das kann die selbstständige Arbeit am Buchstabenweg deutlich erschweren.
Hinzu kommt: Das Kind muss in diesem Moment gleichzeitig zwei Dinge lernen – zum einen das neue Wort und zum anderen die damit verbundene Aufgabe zum Buchstaben, Laut oder zur Schrift. Dadurch stehen für den eigentlichen Schriftspracherwerb weniger kognitive Ressourcen zur Verfügung.
Wir unterstützen die Kinder selbstverständlich umfassend dabei, ihren Wortschatz weiterzuentwickeln. Neue und möglicherweise weniger bekannte Wörter werden vor den Übungen gemeinsam besprochen, erklärt und in den jeweiligen Zusammenhang eingeordnet. Dennoch ist ein umfangreicher und altersgerechter aktiver Wortschatz eine wichtige Grundlage dafür, dass Kinder die Aufgaben zunehmend selbstständig bearbeiten und ihre Aufmerksamkeit auf das eigentliche Lernen von Buchstaben, Lauten, Silben und Wörtern richten können.
Die passenden Laut-Gebärden zu unserem Niko-Lehrwerk sind hier einsehbar: Laut-Gebärden.
LeOn NRW (Lesen Online NRW) ist eine digitale Plattform des Landes Nordrhein-Westfalen, die speziell zur Förderung der Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern entwickelt wurde. Sie richtet sich an Kinder und Jugendliche in verschiedenen Jahrgangsstufen, vor allem jedoch an die Grundschule.
Die Plattform bietet eine Vielzahl von Lesetexten und dazugehörigen Leseverständnisfragen, die den Schülerinnen und Schülern helfen, ihre Lesefähigkeiten zu verbessern. Sie umfasst verschiedene Leselevels und ist so gestaltet, dass sie den unterschiedlichen Bedürfnissen und Lernständen der Kinder gerecht wird.
Leseludi legt einen großen Fokus auf die Wahrnehmung und Förderung von Buchstabenkenntnissen sowie das Lesen auf Silben- und Wortebene. Die Plattform bietet Übungen, die Kindern helfen, die Zusammenhänge zwischen Buchstaben und Lauten zu erkennen und ihre Lese- und Rechtschreibfähigkeiten schrittweise zu entwickeln.
Durch gezielte Wahrnehmungsübungen werden die Kinder in ihrer Fähigkeit unterstützt, Buchstaben und Silben richtig zu erkennen und zu verknüpfen. Die Übungen fördern nicht nur das Leseverständnis, sondern auch die phonologische Bewusstheit, die eine Grundlage für die Schriftsprachentwicklung ist.
Mit zunehmendem Fortschritt können die Schülerinnen und Schüler dann Wörter und später auch längere Sätze oder ganze Texte auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen lesen und verstehen. Dieser gezielte Ansatz zur Entwicklung von Buchstabenkenntnissen und Lesefähigkeiten auf Silben- und Wortebene unterstützt die Kinder in ihrer Lesekompetenz und legt die Basis für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb.
Im Anschluss kann z.B. mit Antolin weitergearbeitet werden.
Gemeinsame Lesemomente sind mir besonders wichtig. Dabei kann ich den Kindern vorlesen oder gemeinsam mit ihnen lesen – abwechselnd oder auch gleichzeitig. Beim Mitlesen empfehle ich, dass die Kinder mit dem Finger den gerade gelesenen Wörtern und Buchstaben folgen. So können sie die Leserichtung besser nachvollziehen und ihre Aufmerksamkeit gezielt auf den Text richten.
Dabei ist es für mich zunächst unerheblich, welches Buchformat gewählt wird. Wichtig ist vor allem, dass geschriebenes Wort enthalten ist. Comics, Bilderbücher mit kurzen oder längeren Textstellen, erste Bücher mit einfachen Sätzen oder später auch Bücher für Leseanfängerinnen und Leseanfänger auf den entsprechenden Lesestufen bieten vielfältige Möglichkeiten.
Besonders wichtig ist mir, dass die Kinder beim Lesen möglichst aktiv beteiligt werden. Das kann durch gemeinsames Lesen oder dadurch geschehen, dass die Kinder selbst einzelne Passagen vorlesen. Ebenso wertvoll sind Gespräche während und nach dem Lesen. Schon während einer Geschichte kann ich beispielsweise fragen: „Was glaubst du, wie geht die Geschichte weiter?“, „Was wird die Figur wohl darauf antworten?“ oder „Was würdest du an ihrer Stelle tun?“
Nach dem Lesen können Fragen wie „Was hat dir gefallen?“, „Was war deine Lieblingsstelle?“ oder „Hättest du genauso gehandelt wie die Figur?“ dazu anregen, über das Gelesene nachzudenken. Auch konkrete Fragen zum Inhalt – etwa „Wie hieß noch einmal das Mädchen?“ oder „Wohin sind die Freunde gefahren?“ – helfen dabei zu überprüfen, was verstanden und behalten wurde. So lernen die Kinder, aktiv zuzuhören, Inhalte miteinander zu verknüpfen und Texte wirklich zu verstehen.
Das gemeinsame Lesen und Sprechen über Literatur ist ein wichtiger Bestandteil der Literarisierung. Es erweitert den Wortschatz, fördert das Sprachverständnis und unterstützt die Entwicklung der Schriftsprache – und damit auch das Lesen- und Schreibenlernen. Viele dieser Fähigkeiten greife ich auch im Unterricht immer wieder auf und fördere sie gezielt.
Ich freue mich deshalb sehr, wenn Sie solche Lesemomente regelmäßig in Ihren Alltag integrieren – beim Vorlesen, gemeinsamen Lesen, Erzählen und Sprechen über Geschichten. Auch Großeltern und ältere Geschwister können dabei wunderbare Lesepartner sein.
Letztlich sind es die vielen und regelmäßigen Erfahrungen mit Sprache, Büchern und Geschichten, die zur Lernentwicklung der Kinder beitragen. Jeder einzelne Lesemoment ist dabei ein kleiner, aber wichtiger Schritt.
💡 Mein Tipp: Ab in die Bücherei!
Ich bin überzeugt, dass man nicht jedes Buch kaufen muss, das man gemeinsam lesen möchte oder das die Kinder interessiert. Gerade die Bücherei kann eine wunderbare Möglichkeit sein, Kindern die Bedeutung und Vielfalt des Lesens näherzubringen.
Vielleicht wird der Besuch in der Bücherei sogar zu einem kleinen gemeinsamen Erlebnis: in Ruhe durch die Regale stöbern, interessante Bücher entdecken, gemeinsam ein paar Seiten lesen und sich von der besonderen Atmosphäre inspirieren lassen. Gleichzeitig bietet die Ausleihe die Möglichkeit, viele verschiedene Bücher kennenzulernen, ohne jedes Buch kaufen zu müssen.
Gerade für Kinder finde ich das Stöbern, Auswählen und Ausleihen von Büchern eine wertvolle Erfahrung – und ganz nebenbei schont es auch den Geldbeutel.
Der Lesepfeil ist ein einfaches Hilfsmittel, das Kindern beim Lesen Orientierung und Sicherheit gibt. Er zeigt die Leserichtung an und hilft dabei, den Blick gezielt auf das gerade zu lesende Wort beziehungsweise den Satz zu lenken.
Durch die Abdeckung des übrigen Textes wird das Auge weniger durch andere Buchstaben und Wörter abgelenkt. Dadurch entsteht eine Reizreduzierung, die insbesondere Leseanfängerinnen und Leseanfängern dabei helfen kann, sich auf das aktuell zu lesende Wort zu konzentrieren.
Der Lesepfeil wird mit der Hand Wort für Wort unter dem Text weitergeführt. Am Ende einer Zeile wird er zur nächsten Zeile verschoben und dort weitergeführt. So unterstützt er die Kinder dabei, im Text nicht zu verrutschen und die richtige Leserichtung beizubehalten.
Der Lesepfeil ist dabei kein „Muss“, sondern ein Unterstützungsangebot, das je nach Kind und Lesesituation eingesetzt werden kann.
SchreibSusi ist eine kindgerechte App, die die Kinder beim Schreiben- und Lesenlernen unterstützt. Durch die digitale Bearbeitung erhalten die Kinder direkt eine Rückmeldung zu ihren Aufgaben und können so unmittelbar erkennen, was bereits richtig ist und wo sie noch üben können.
Der komplexe Prozess des Lesen- und Schreibenlernens wird dabei auf spielerische, motivierende und kindgerechte Weise aufgegriffen. So können die Kinder wichtige Grundlagen selbstständig üben, festigen und dabei Freude am Lernen entwickeln.